Hauptnavigation

Länder, Leute und Geschichte erleben

In unregelmäßigen Abständen bietet die THW-Jugend NRW ein Herbstprojekt für Jugendliche aus verschiedenen Jugendgruppen zu unterschiedlichen Zielen an. Im Herbst 2017 war die Insel Usedom das Ziel für Mitglieder der THW-Jugendgruppen aus Ratingen, Iserlohn, Bottrop, Oberhausen und Altena. Die Woche an der Ostsee stand unter dem Motto „Länder, Leute und Geschichte erleben“.

Startpunkt war das Schulungszentrum der THW-Jugend NRW in Gelsenkirchen. Hier trafen sich die Gruppen an einem Sonntagmorgen, um von dort mit dem Bus des Landesverbandes NRW die lange Reise bis nach Kamminke auf der Insel Usedom anzutreten. Nach rund neun Stunden Fahrt erreichte die Gruppe das Ziel, die Jugendbegegnungsstätte Golm. Doch mehr wie Abendessen und Zimmer beziehen war an diesem Tag nicht mehr drin, denn alle waren von der langen Fahrt mitgenommen.

Doch am nächsten Morgen ging es frisch ausgeschlafen ans Werk und die Gruppe beschäftigte sich mit der Geschichte des Golm und der Stadt Swinemünde. In dieser Gegend mussten kurz vor Ende des 2. Weltkriegs tausende Menschen ihr Leben lassen. Viele von ihnen sind auf der Kriegsgräberstätte Golm begraben. Näheres zu den Menschen und ihren Schicksalen erfuhren die Jugendlichen in einem Workshop auf dem Gräberfeld, bei dem sich die Gruppen mit einzelnen Geschichten hinter den Begrabenen beschäftigten. Ganz praktisch wurde es dann am Nachmittag: Hand anlegen war angesagt. Mit viel Engagement wurden Wege auf dem Gräberfeld von Laub befreit, Durchgänge freigeschnitten oder Grabsteine und Kreuze von Schmutz befreit. Der erste Tag ging mit einer Geocaching-Tour am Stettiner Haff zu Ende.

Um aus den Jugendlichen verschiedener Ortsverbände in NRW eine große Gruppe zu formen, ging es zu Beginn von Tag zwei gemeinsam in einen Klettergarten. Nur zusammen und mit gegenseitiger Hilfe konnten die Jugendlichen hier ihr Ziel erreichen.

Technik und DDR-Geschichte vermittelte dann ein Besuch im DDR-Museum Dargen. Hier sind viele Ausstellungsstücke aus vielen Jahren der DDR zusammengetragen worden und vermitteln einen kleinen Einblick in die Zeit, als Deutschland noch einen West- und einen Ostteil hatte. Ein Filmabend mit einem Film passend zu der Themenwoche beschloss den Tag.

„Dzien Dobry“ hieß es am nächsten Morgen beim Mini-Sprachkurs Polnisch. „Guten Tag“ heißt es übersetzt und mit einigen anderen Vokabeln bildeten die Worte die Grundlage für die Verständigung in Swinemünde/Polen. Die gesamte Gruppe machte sich mit Fahrrädern auf den Weg über die Grenze nach Polen und erkundete hier bei einer Stadtrallye die Geschichte der Stadt Swinemünde. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es einen freien Nachmittag für Stadtbummel oder Strandbesuch. Die Rückfahrt zur Bildungsstätte war dann für einige Teilnehmer schon eine sportliche Herausforderung. Trotzdem machten sich einige Jugendlichen nach dem Abendessen noch mal auf zu einer gemeinsamen Geocaching-Runde, während andere den Abend mit Uno, Kicker und Co. verbrachten.

Das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde besuchte die Gruppe am Donnerstag. Hier war für viele Jahre ein Kohlekraftwerk beheimatet und die Gebäude bilden heute den Rahmen für eine Ausstellung. Gezeigt wird hier die Geschichte der Entwicklung von Raketenantrieben und deren Nutzen für zivile aber leider auch militärische Zwecke. Für die Produktion der Raketen wurden auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge eingesetzt. Unter anderem wurden die Technik auch für die so genannten V2-Raketen genutzt. Die Ausstellung zeigt aber auch Technik aus dem Bereich der Nutzung als Kohlekraftwerk. Auf der Rückfahrt von Peenemünde machte der Bus noch einen Zwischenstopp im Kaiserbad Heringsdorf mit der Möglichkeit den Strand zu erkunden oder ein wenig durch die Stadt zu schlendern. Ein gemeinsames Lagerfeuer bildete am Abend die Möglichkeit den selbstgemachten Brotteig in leckeres Stockbrot zu verwandeln.

Der letzte Tag führte die Gruppe nach Stralsund. Hier teilte sich die Gruppe in „Wasserratten“ und „Landratten“ auf. Für die einen hieß es Badespaß im Erlebnisbad Hansa Dom, für die anderen ging es in die schöne Altstadt von Stralsund und an den Hafen mit der Gorch Fock I. Ein Besuch im Ortsverband Stralsund machte den Tag komplett. Die Kameraden führten die Gruppe durch den Ortsverband und die Fahrzeughallen, die neben den „normalen“ THW-Fahrzeugen auch einen Tatra für den Einsatz auf den Strand beherbergen. Dieses imposante Fahrzeug wurde intensiv begutachtet, bevor es zu den Hallen des Havariekommandos ging. Hier gab es jede Menge Ausstattung und Fahrzeuge aus dem Bereich der Ölwehr für den Küstenschutz zu sehen. Besonders das Kettenfahrzeug Hägglunds Bandvagn hatte es den Jugendlichen angetan. Der Ortsbeauftragte Thomas Mülling wurde kurzerhand zu einer Probefahrt überredet und so konnten alle eine kleine Runde in diesem besonderen Fahrzeug drehen.

Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Abendessen in einem Fischrestaurant im Hafen von Kamminke. Hier gab es leckeren Butterfisch und Lachs für die Fischesser, aber auch Würstchen und Steaks für den Rest.

Nach dem Frühstück trat die gesamte Gruppe am Samstag die Rückreise Richtung Nordrhein-Westfalen an. Viel zu schnell verging das Herbstprojekt 2017 an der Ostsee.

Alle vom THW zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle "THW" für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.

Navigation und Service